Kriterien für feministische Pornos sind:
- Sex-positive Grundeinstellung, keine menschen- und frauenverachtenden Darstellungen
- Praktiken in Absprache mit den Agierenden / keine Grenzüberschreitungen
- Ethische Arbeitsbedingungen / Safer-Sex- Einsatz
- Die Agierenden werden in Beziehung zueinander gezeigt, Augen-, Haut-, Hände- und Körperkontakt, Energieaustausch.
- Emotionen und Liebesbekundungen sind erwünscht, machbar und zeigbar.
- Vielfalt der Kamera-Einstellungen, Licht- und Schattenspiel
- Variationen der Sex-Praktiken in freudvollem Übergang, keine Leistungsschau; Erweiterung des stereotyp dargestellten Spektrums.
- Vielfalt der Körpertypen, Personen verschiedenen Alters, Geschlechtes, sexueller Orientierung und ethnischen Hintergrundes
- Authentische Tonaufnahmen oder Musik, keine Geschlechtsstererotypen verstärkenden Synchronisationen des Gestöhnes
- Darstellung von Lust und Freude, Schwerpunkt auf weiblicher Lust und deren Vielfalt.
- Keine schematische Darstellung der sexuellen Höhen-Verlaufskurve, d.h. kein geradliniges Hinarbeiten auf die Ejakulation des Mannes, keine Betonung männlicher Cumshots. Orgasmen sind nicht das einzige Ziel
- Frauen sind maßgeblich bei der Produktion des Filmes beteiligt, als Produzentin, Regisseurin oder Kamerafrau.
Mindestanforderungen für alle Filme sind die sexpositive Darstellung weiblicher Lust, das Aufzeigen vielfältiger sexueller Ausdrucksweisen und das maßgebliche Mitwirken von Frauen bei der Filmproduktion.
Durch die Verleihung eines Feministischen Porno-Filmpreises wird zu einer positiven Aufklärung beigetragen. Aus dieser initial wirkenden Veranstaltung heraus entwickelt sich ein Zertifikat „PorYes“, das an Pornofilme vergeben wird, wenn sie einem feministischen Kriterienkatalog entsprechen, mindestens aber die drei genannten Anforderungen erfüllen. Bei schwulen Filmen wird ebenfalls auf die sexpositive Darstellung der Lüste und das Aufzeigen vielfältiger sexueller Ausdrucksweisen geachtet.
Durch die Mindestkriterien wird eine Unterscheidung in herkömmliche, größtenteils sexistische und klischeehafte Pornos und sex-positive Pornoproduktionen getroffen, die den KonsumentInnen als Wegweiser dienen. Hochkommerzielle Produktionen werden zu spannenderen und vor allem respektvolleren Filmen angeregt.
Die Feministische Pornofilm Preis–Verleihung wird regelmäßig besondere Produktionen auszeichnen, aus den eingereichten Filmen heraus Kategorien entwickeln und Lebenswerke von Personen honorieren, die sich um eine sex-positive Darstellung und künstlerische Umsetzung von Sexualität bemühen. Kategorien für eine Pornofilm-Preis Verleihung sind zum Beispiel Genres wie Sexdokumentation, Sexpertisen (Lehrfilme), Spielfilm mit Sexszenen, sexuelle Orientierungen wie Heterotik, Lesberotik, Queererotik oder Trans- und Schwulenporno, besondere Praktiken wie Safer Sex-Porno oder sexuelle Kompetenz und besondere Anregung, intelligenter Porno (mit Dialogen), ferner besondere Geschichte, Sound, oder auch einen Business-Preis für erfolgreiche Frauen in der Pornoindustrie.






